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<title>Prinzipat</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Prinzipat</span></h1>
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<p>Der (oder – dem lateinischen <a href="Genus" title="Genus">Genus</a> widersprechend – das) <b>Prinzipat</b> (von <a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a> <i>prīncipātus, -ūs</i>) ist eine moderne Bezeichnung für die <a href="Monokratie" title="Monokratie">monokratische</a> Herrschaftsstruktur des <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römischen Reiches</a> in der frühen und hohen <a href="R%C3%B6mische_Kaiserzeit" title="Römische Kaiserzeit">Kaiserzeit</a> (27 v.&nbsp;Chr. bis 284 n.&nbsp;Chr.).
</p><p>Im Jahr 27 v. Chr. verlieh der <a href="R%C3%B6mischer_Senat" title="Römischer Senat">Senat</a> dem Adoptivsohn <a href="Gaius_Iulius_Caesar" title="Gaius Iulius Caesar">Caesars</a>, dem im Kampf um dessen Erbe siegreichen <a href="Augustus" title="Augustus">Octavian</a>, den Ehrennamen <i><a href="Augustus_(Titel)" title="Augustus (Titel)">Augustus</a></i> und übertrug ihm außerordentliche Machtbefugnisse im Staat und über einen Großteil der Legionen. Damit wurde die Grundlage für ein neues Herrschaftssystem gelegt, das hinter einer republikanischen Fassade die Herrschaft eines Einzelnen ermöglichte. Dieser Fassadencharakter der neuen monarchischen Ordnung erklärt sowohl die damit ursprünglich verknüpfte Vorstellung einer angeblichen Wiederherstellung der <a href="R%C3%B6mische_Republik" title="Römische Republik">Republik</a> <i>(res publica restituta)</i> nach dem Ende der <a href="R%C3%B6mische_B%C3%BCrgerkriege" title="Römische Bürgerkriege">Bürgerkriege</a> als auch den gleichsam evolutionären Ausbau der kaiserlichen Herrschaftslegitimation in der langen Regierungszeit des Augustus und seines Nachfolgers <a href="Tiberius" title="Tiberius">Tiberius</a>, der über die stets zeitlich befristeten <a href="Imperium_(Rom)" title="Imperium (Rom)">Imperien</a> des Augustus hinaus erstmals ein prokonsularisches Imperium auf Lebenszeit erhielt. Dennoch war die Kaiserwürde auch in der Folgezeit <i>de iure</i> nie erblich, sondern ihre Wurzeln als Ausnahmeamt blieben stets erkennbar, was regelmäßig zu Sukzessionskrisen führte.
</p>

<p>Der Begriff Prinzipat leitet sich vom lateinischen <i>princeps</i> („der Erste“) her, auch dies wieder in einem doppelten Sinn: Der <i>princeps</i> stand sowohl für den ersten Bürger <i>(princeps civitatis)</i> als auch für den angesehensten unter den Senatoren <i>(<a href="Princeps_senatus" title="Princeps senatus">princeps senatus</a>)</i>, dem als Erstem unter Gleichen <i>(<a href="Primus_inter_pares" title="Primus inter pares">primus inter pares</a>)</i> die Bestimmung der <a href="Tagesordnung" title="Tagesordnung">Tagesordnung</a> und in allen wichtigen Beschlussfragen auch das Recht der ersten Rede eingeräumt wurde.
</p><p>Als zeitlicher Endpunkt des Prinzipats, der bereits in der Zeit der <a href="Reichskrise_des_3._Jahrhunderts" title="Reichskrise des 3. Jahrhunderts">Reichskrise des 3. Jahrhunderts</a> einen Transformationsprozess durchlief, gilt in der Regel die Herrschaft <a href="Diokletian" title="Diokletian">Diokletians</a> seit 284. Dessen Reformen markieren den Beginn der römischen <a href="Sp%C3%A4tantike" title="Spätantike">Spätantike</a> und mündeten in eine Staatsform, die in der älteren Forschung im Unterschied zum Prinzipat als <a href="Dominat" title="Dominat">Dominat</a> bezeichnet wurde.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehung_und_Ausgestaltung">Entstehung und Ausgestaltung</h2></div>
<p>Der Prinzipat ist in einem mehrstufigen Prozess des Experimentierens (<a href="Jochen_Bleicken" title="Jochen Bleicken">Jochen Bleicken</a>) entstanden, in dem Octavian/Augustus die Balance zwischen der Wahrung und Pflege der republikanischen Fassade und der Durchsetzung und Legitimierung seiner Alleinherrschaft<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> suchte und den Wechsellagen der politischen Entwicklung flexibel anpasste. Grundanliegen Octavians musste es sein, seine im Bürgerkrieg errichtete Gewaltherrschaft in eine legitime und insbesondere für die Eliten (siehe <a href="Nobilit%C3%A4t" title="Nobilität">Nobilität</a>) akzeptable Form zu überführen, um ihr Dauerhaftigkeit zu verleihen. Die Abläufe der richtungsweisenden Senatssitzung vom 13.&nbsp;Januar 27 v.&nbsp;Chr. dürften beiderseits einvernehmlich vorbereitet worden sein. Octavian legte zunächst alle Macht in die Hände von Senat und Volk, so dass die Republik formal wiederhergestellt war. Ob Octavian Anfang 27 außer dem Konsulat konkrete Sondervollmachten innehatte und worin diese gegebenenfalls bestanden, wird in der Forschung bereits seit <a href="Theodor_Mommsen" title="Theodor Mommsen">Theodor Mommsen</a> kontrovers diskutiert.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Fest steht: Einige Tage später bat ihn nun der Senat, die Führungsfunktion für die Provinzen, in denen der weitaus größte Teil des Heeres stand, weiterhin zu übernehmen, und stattete ihn mit der entsprechenden Rechtsgrundlage aus, dem <a href="Imperium_(Rom)" title="Imperium (Rom)"><i>imperium proconsulare</i></a> (Amtsvollmacht eines Prokonsuls). Damit gewann Octavian, der sich zudem zunächst jährlich zum <a href="Konsulat_(R%C3%B6misches_Reich)" title="Konsulat (Römisches Reich)">Konsul</a> wählen ließ, umgehend sein wichtigstes Machtinstrument zurück und wurde für seine (Schein-)Rückkehr zu den republikanischen Grundlagen in der Folgesitzung am 16.&nbsp;Januar vom Senat zum <a href="Augustus_(Titel)" title="Augustus (Titel)">Augustus</a> (dem Erhabenen) promoviert.
</p><p>Auch alle weiteren künftigen Kompetenzen, die Augustus nach und nach auf sich vereinte, entsprachen den Amtsbefugnissen republikanischer <a href="Magistratur" title="Magistratur">Magistrate</a> und wurden ihm vom Senat übertragen. Nachdem er den Konsulat, den er bis dahin jedes Jahr bekleidet hatte, aus politisch-taktischen Gründen niedergelegt hatte, wurde ihm 23/22 v.&nbsp;Chr. als Ersatz nicht nur ein <i>imperium proconsulare maius</i> verliehen, das sich auf das ganze Reichsgebiet erstreckte und es ihm wohl ermöglichte, auch in <a href="Senatorische_Provinz" title="Senatorische Provinz">Senatsprovinzen</a> dem jeweiligen Statthalter übergeordnet zu sein, sondern zusätzlich die uneingeschränkte und zeitlich unbegrenzte <i><a href="Tribunizische_Gewalt" title="Tribunizische Gewalt">tribunicia potestas</a></i>, die ihm sämtliche Befugnisse und Privilegien der <a href="Volkstribun" title="Volkstribun">Volkstribunen</a> zur Verfügung stellte, ohne dass er das Amt, das Plebejern vorbehalten war, mit seinen Pflichten tatsächlich bekleiden musste. Die Rechte beinhalteten vor allem das <a href="Antragsrecht" title="Antragsrecht">Antragsrecht</a> vor der <a href="Volksversammlung" title="Volksversammlung">Volksversammlung</a> bezüglich <a href="Tribunizisches_Rogationsrecht" title="Tribunizisches Rogationsrecht">Gesetzesinitiativen</a> und <a href="Tribunizischer_Prozess" title="Tribunizischer Prozess">Strafanklagen</a>; das Recht, <a href="Ius_agendi_cum_senatu" title="Ius agendi cum senatu">Senatssitzungen anzuberaumen</a>; ein <a href="Ius_auxilii" title="Ius auxilii">allgemeines Hilferecht</a> gegenüber jedermann, das vor allem eine Schutzfunktion für betroffene Bürger gegenüber Willkürakten einzelner Magistrate beinhaltete; sowie das Vetorecht gegenüber allen Handlungen sämtlicher Magistrate bis hinauf zu den Konsuln. Damit konnten Augustus und seine Nachfolger auch die Innenpolitik bestimmen. Seit den Ständekämpfen galten die Volkstribune als Sachwalter der Interessen des einfachen Volkes, waren in dieser Funktion auf heilige Art unantastbar. Diese <i><a href="Sakrosankt" title="Sakrosankt">sacrosanctitas</a></i> der Volkstribunen konnte Augustus schon seit 36 v.&nbsp;Chr. für sich in Anspruch nehmen, eine frühe Quelle sakraler Weihe des Kaisertums (Jochen Bleicken), deren sich bereits <a href="Gaius_Iulius_Caesar" title="Gaius Iulius Caesar">Gaius Iulius Caesar</a> bedient hatte.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Schlüsselrolle des <i>princeps</i> in der Politik zeigte sich auch darin, dass er sich zeitweise die dem Amt des <a href="Censur" title="Censur">Zensors</a> zugehörige <i>censoria potestas</i> übertragen ließ, mit der er die Zusammensetzung des Senats beeinflussen konnte.
</p>

<p>Vor allem das <i>imperium proconsulare maius</i> und die <i>tribunicia potestas</i> bildeten in den drei Jahrhunderten nach Augustus die beiden Kernvollmachten, die einen <i>princeps</i> kennzeichneten. Es waren also ausschließlich Amtsbefugnisse republikanischer Herkunft, die die formale Grundlage des Prinzipats bildeten; eigentlich war die Trennung von Amtsvollmachten und Amt ein Unding, allerdings war dieser Weg in den letzten Jahrzehnten der Republik bereits wiederholt beschritten worden. Erst die extreme Bündelung und faktisch unbegrenzte zeitliche Ausdehnung solcher Sonderkompetenzen führten dazu, dass Augustus die republikanischen „checks and balances“ der Kollegialität und Annuität für seine Person – je länger, desto deutlicher – aus den Angeln hob, die eigene Stellung durch intensive Pflege der republikanischen Fassade aber zu legitimieren vermochte. Noch in seinem Tatenbericht, den <i>res gestae</i>, ließ er verbreiten, dass nur sein Ansehen <i>(<a href="Auctoritas" title="Auctoritas">auctoritas</a>)</i> das der anderen Magistrate übertroffen habe, nicht aber seine formale Rechtsmacht <i>(<a href="Potestas" title="Potestas">potestas</a>).</i><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Diese Behauptung führt angesichts der kaiserlichen Sondervollmachten und der gewaltigen sonstigen Machtmittel des <i>princeps</i> (vor allem die Loyalität der Soldaten und ein riesiges Privatvermögen) in die Irre, und dies muss zumindest der Senatsaristokratie auch bewusst gewesen sein. Richtig daran ist allenfalls, dass der republikanische Verwaltungsapparat unter Führung der Mitglieder des Senatorenstandes in den befriedeten Provinzen des Römischen Reiches und im italischen Kernland unter dem Prinzipat fortbestand und dass die Senatoren weiter wichtige Positionen bekleideten mit allen Privilegien, die sich daraus bereits seit langem ergeben hatten. Der senatorischen Führungsschicht (<a href="Nobilit%C3%A4t" title="Nobilität">Nobilität</a>) bot Augustus also an, ihre herausgehobene sozioökonomische Stellung zu behalten und ihr Gesicht trotz seiner Alleinherrschaft wahren zu können; im Gegenzug erwartete er Kooperation und die Legitimierung seiner Herrschaft.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auf die konstruktive Mitwirkung dieser oft durch viele Generationen in Politik- und Verwaltungsfragen geschulten Oberschicht konnte nämlich auch ein zur Monarchie tendierendes System einstweilen nicht verzichten, ganz abgesehen von dem Widerstandspotential, das die Ermordung Caesars im Senat vor Augen geführt hatte (das aber seither nie wieder eine große Rolle spielte; trotz vieler angeblicher und tatsächlicher Verschwörungen wurde kein einziger Kaiser von Senatoren ermordet). Dieser stillschweigende Kompromiss zwischen <i>princeps</i> und Oberschicht bildete die Grundlage der neuen Ordnung; auf diese Weise gelang die Überführung einer im Bürgerkrieg errungenen Gewaltherrschaft in eine Monarchie – man spricht von der „Verrechtlichung der Macht“.
</p><p>Nach und nach allerdings verschoben sich im Laufe der Entwicklung des Prinzipats die Gewichte zwischen senatorischer und kaiserlicher Verwaltung immer stärker zugunsten der letzteren, zumal diese durch gezielte Förderung von Mitgliedern des Ritterstandes zunehmend auf eigene Ressourcen zurückgreifen konnte. Opposition gegen die Machtfülle des Kaisers manifestierte sich schon früh in Form der <i><a href="Senatorische_Geschichtsschreibung" title="Senatorische Geschichtsschreibung">senatorischen Geschichtsschreibung</a></i>, wenngleich dies freilich nichts an den Machtverhältnissen änderte, sondern eher die Hilflosigkeit der Elite demonstrierte. Diese faktische Hilflosigkeit ist auch der Grund, warum viele Forscher heute nicht mehr an <a href="Theodor_Mommsen" title="Theodor Mommsen">Theodor Mommsens</a> einflussreichem Konzept vom Prinzipat als Doppelherrschaft (<i>Dyarchie</i>) von <i>princeps</i> und Senat festhalten, da es allenfalls dem formal-staatsrechtlichen Rahmen, nicht aber der soziopolitischen Realität dieser Zeit gerecht werde.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Die Senatoren hatten so zu handeln, als besäßen sie eine Macht, die sie nicht mehr hatten. Der Kaiser hatte seine Macht so auszuüben, dass es schien, als ob er sie nicht besitze“ (<a href="Aloys_Winterling" title="Aloys Winterling">Aloys Winterling</a>).
</p><p>Zusammen mit der Verbreitung des <a href="R%C3%B6misches_B%C3%BCrgerrecht" title="Römisches Bürgerrecht">Bürgerrechts</a> und dem Ursprungsgebiet der Senatoren verschob sich auch die geografische Herkunft der Kaiser. Alle Nachfolger Caesars aus der <a href="Julisch-Claudische_Dynastie" title="Julisch-Claudische Dynastie">julisch-claudischen Dynastie</a> bis <a href="Nero" title="Nero">Nero</a> waren stadtrömische <a href="Patriziat_(R%C3%B6misches_Reich)" title="Patriziat (Römisches Reich)">Patrizier</a>. Mit der von <a href="Vespasian" title="Vespasian">Vespasian</a> begründeten neuen Dynastie der <a href="Flavier" title="Flavier">Flavier</a> kamen <a href="Italiker" title="Italiker">Italiker</a> senatorischen Standes an die Macht. <a href="Nerva" title="Nerva">Nerva</a> und <a href="Antoninus_Pius" title="Antoninus Pius">Antoninus Pius</a> stammten aus Südgallien; <a href="Trajan" title="Trajan">Trajan</a>, <a href="Hadrian_(Kaiser)" title="Hadrian (Kaiser)">Hadrian</a> und <a href="Gens_Annia" title="Gens Annia">Mark Aurels Familie</a> aus <a href="Hispanien" title="Hispanien">Hispanien</a>. Spätere Kaiser kamen vorwiegend aus <a href="Africa" title="Africa">Africa</a> und <a href="Syria" title="Syria">Syrien</a>, etwa die <a href="Severer" title="Severer">Severer</a>; und im 3.&nbsp;Jahrhundert gelangten mit den <a href="Soldatenkaiser" title="Soldatenkaiser">Soldatenkaisern</a> hauptsächlich Herrscher aus dem <a href="Donaul%C3%A4nder#Der_Kultur-_und_Politraum_der_Donauländer" title="Donauländer">Donauraum</a> auf den Thron.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es spricht für das staatsmännische Genie des Augustus und für die Tragfähigkeit der von ihm geschaffenen politischen Ordnung, dass auch die nicht mit seinem Format begabte Reihe von Nachfolgern in der julisch-claudischen Dynastie – einschließlich der besonders problematischen Figuren <a href="Caligula" title="Caligula">Caligula</a> und Nero – das System des Prinzipats als einer verhüllten Monarchie nicht ruiniert haben. Insofern gründete auch noch die viel gerühmte Blütezeit des Römischen Reiches unter den <a href="Adoptivkaiser" title="Adoptivkaiser">Adoptivkaisern</a> von Trajan bis <a href="Mark_Aurel" title="Mark Aurel">Mark Aurel</a> auf dem Fundament der von Octavian/Augustus ausgehenden Neuordnung, und auch die Severer sowie zumindest die frühen Soldatenkaiser blieben diesem Grundprinzip trotz mancher Modifikation treu.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach Ansicht mancher Forscher war diese Ideologie allerdings auch dafür verantwortlich, dass jeder Herrscher aufs Neue zu demonstrieren hatte, der <i>optimus</i> zu sein, was dazu geführt habe, dass der jeweilige Nachfolger nicht nahtlos an den vorangegangenen Prinzipat anknüpfen konnte, sondern sich von seinem Vorgänger absetzen musste, auch nach einem friedlichen Machtwechsel.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Probleme_der_staatstheoretischen_und_zeitlichen_Abgrenzung">Probleme der staatstheoretischen und zeitlichen Abgrenzung</h2></div>
<p>Während die Anfänge des Prinzipats mit der Senatssitzung vom 13.&nbsp;Januar 27 v.&nbsp;Chr. deutlich zu fassen sind, kommen hinsichtlich seines Ausgangs verschiedene Perspektiven zum Tragen. Sieht man es als Beginn der römischen Kaiserzeit, ließe sich das Ende des Prinzipats mit dem Beginn der <a href="Sp%C3%A4tantike" title="Spätantike">Spätantike</a> (in der älteren Forschung oft irreführend mit <a href="Dominat" title="Dominat">Dominat</a> und den damit implizierten Wertungen bezeichnet) um 284 n.&nbsp;Chr. ansetzen. Andererseits ist bekannt, dass die neue Staatsordnung von Anfang an Wandlungen unterworfen war, deren Tendenz auf lange Sicht zu einer Stärkung des monarchischen Elements führte.
</p><p>Sehr einflussreich ist heute vor allem in der deutschsprachigen Forschung <a href="Egon_Flaig" title="Egon Flaig">Egon Flaigs</a> Definition des Prinzipats als <i>Akzeptanzsystem</i>,<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> basierend auf den drei Säulen Heer, Senat und Volk Roms. Flaig und andere Forscher vertreten die Position, dass der Prinzipat staatsrechtlich kaum zu greifen gewesen sei: Da das Kaisertum ein Ausnahmeamt blieb, während man <i>de iure</i> weiterhin in einer Republik lebte, blieb die Position der einzelnen <i>principes</i> stets besonders prekär, ihre Legitimität sei, so Flaig, „verlierbar“ gewesen. Darüber, ob ihre Herrschaft weiter als legitim akzeptiert oder stattdessen von <a href="Usurpation" title="Usurpation">Usurpatoren</a> herausgefordert wurde, entschied deshalb letztlich, so Flaig, im Prinzipat stärker als in anderen Systemen nur die verlierbare Akzeptanz durch die entscheidenden Gruppen. Die Alleinherrschaft als solche sei zwar sehr bald als unausweichlich betrachtet worden, weshalb man das System durchaus als Monarchie bezeichnen könne. Da aber die Stellung des Herrschers nicht exakt definiert und in der „Verfassung“ eigentlich nicht vorgesehen gewesen sei, sei der einzelne Kaiser stets besonders bedroht gewesen. Andererseits habe die unzureichende staatsrechtliche Definition seiner Position aber auch dazu geführt, dass die Macht des Kaisers von Anfang an schier unbegrenzt gewesen sei: Was der <i>princeps</i> befahl, das geschah ohne Rücksicht auf Gesetze, auch wenn seine Handlungen natürlich nicht ohne Konsequenzen blieben und gegebenenfalls zu Akzeptanzverlust führen konnten. Da eine legale Opposition oder gar eine Absetzung aber angesichts der alles überragenden Ausnahmevollmachten des <i>princeps</i> unmöglich waren, führte ein solcher Verlust an Akzeptanz laut Flaig geradezu notwendig zu Verschwörungen oder eben zu gewaltsamem Widerstand in Form einer <a href="Usurpation" title="Usurpation">Usurpation</a>.
</p><p>Der Übergang vom Prinzipat augusteischer Prägung hin zu einer „normaleren“ Monarchie vollzog sich langsam und nicht geradlinig. Eine eindeutige Antwort darauf, ab wann man den Begriff Prinzipat für die Herrschaftsordnung im Römischen Reich nicht mehr verwenden sollte, kann es demnach kaum geben, Anhaltspunkte für eine Ermessensentscheidung schon:
</p><p>Der Senat war das politische Herzstück der <a href="R%C3%B6mische_Republik" title="Römische Republik">Römischen Republik</a> und ihr Integrationssymbol. Wenn die republikanische Tradition gewahrt oder zumindest die republikanische Fassade gepflegt werden sollte, mussten Einfluss und Interessen der Senatoren zur Geltung kommen können, was auch in einem langwierigen Abschleifungsprozess der tatsächlichen politischen Mitwirkung des Senats durch entsprechende Gesten und Maßnahmen von kaiserlicher Seite weiterhin möglich blieb. Von einem guten <i>princeps</i> wurde überdies erwartet, dass er, ähnlich wie Augustus und Tiberius, die ihm angetragene Machtstellung zunächst ablehnte, da er der großen Aufgabe unwürdig sei und sich nicht über seine Mitbürger erheben wolle; diese Inszenierung einer vorgeblichen „Zurückweisung des Imperiums“ <i>(<a href="Recusatio_imperii" title="Recusatio imperii">recusatio imperii</a>)</i> lässt sich noch in der <a href="Sp%C3%A4tantike" title="Spätantike">Spätantike</a> oft beobachten.
</p><p><a href="Karl_Christ" title="Karl Christ">Karl Christ</a> nennt in seinem Werk über die römische Kaiserzeit insbesondere die seit Nerva (96–98) durchgeführten Adoptionen der designierten Nachfolger im Prinzipat als entscheidende Stufe der staatsrechtlichen Abwendung des Herrschers von der (formalen) Zustimmung des Senates, denn die letztgültige Entscheidung über den Nachfolger lag nun ganz offen alleine in der Hand des <i>princeps.</i> Die Auswahl und <a href="Plinius_der_J%C3%BCngere#Panegyriker_und_Befürworter_eines_neuen_Herrschaftsprinzips" title="Plinius der Jüngere">Adoption des vermeintlich besten Kandidaten</a> hätte nach republikanischer Denkweise eigentlich durch den Senat oder die Volksversammlung bestätigt werden müssen. Dass dies nicht der Fall war, zeigt die bereits gefestigte monarchische Denkweise der römischen Oberschicht und ist Symbol für die fast immer rein akklamatorische Funktion, die der Senat allerspätestens ab der Zeit der Adoptivkaiser bei der Nachfolgeregelung innehatte. Allerdings stimmen nicht alle Historiker Christ in diesem Punkt zu: Zum einen hatte bereits Augustus seine designierten Nachfolger an Sohnes statt angenommen, zum anderen war es auch unter den Adoptivkaisern noch üblich, die adoptierten Privaterben des Herrschers vom Senat mit den entsprechenden politischen Vollmachten ausstatten zu lassen. Das <a href="Adoptivkaiser" title="Adoptivkaiser">Adoptivkaisertum</a> war ohnehin letztlich eine propagandistische Fiktion, die überdeckte, dass die betreffenden Herrscher keine männlichen Verwandten besaßen; der erste von ihnen, der wieder einen leiblichen Sohn besaß, <a href="Mark_Aurel" title="Mark Aurel">Mark Aurel</a>, folgte wie selbstverständlich dynastischem Denken und machte seinen Sohn zu seinem Nachfolger (siehe unten).
</p><p>Mark Aurel galt zugleich oft als der letzte in der Reihe der römischen Kaiser, der das Programm des Prinzipats augusteischen Typs mit dauerhaftem Erfolg und Glaubwürdigkeit praktizierte: Kein Kaiser, so die idealisierende Überlieferung der (freilich oft wenig glaubhaften) <i><a href="Historia_Augusta" title="Historia Augusta">Historia Augusta</a></i>, sei dem Senat je weiter entgegengekommen; Senatssitzungen habe er stets besucht, sofern er in Rom weilte, und zwar unabhängig davon, ob er selber Anträge zu stellen hatte; und er habe sie nie vor der offiziellen Schließung durch den Konsul verlassen. Das Ansehen des Senatorenstandes förderte er zudem dadurch, dass er jeden Kapitalprozess gegen ein Mitglied des Senatorenstandes unter Ausschluss der Öffentlichkeit und des im Rang nachfolgenden Ritterstandes verhandeln ließ. Inwieweit diese spätere Idealisierung zutrifft, ist in der jüngeren Forschung allerdings umstritten.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Mark Aurels ihm nachfolgender Sohn <a href="Commodus" title="Commodus">Commodus</a> hat offenbar in größtmöglichem Gegensatz dazu seine autokratische Stellung betont und die Umbenennung Roms in „Commodusstadt“ betrieben sowie die des Römischen Senats in „Commodussenat“.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Und obwohl der eine oder andere nachfolgende Kaiser, beginnend mit <a href="Septimius_Severus" title="Septimius Severus">Septimius Severus</a>, sich bewusst auf Mark Aurel berief, hat der Senat sich von dieser und der kurz darauf folgenden weiteren Entwürdigung (die Kaiserwürde wurde 193 von der Prätorianergarde an den meistbietenden Senator <a href="Didius_Julianus" title="Didius Julianus">Didius Julianus</a> „versteigert“ und dieser dann vom Senat bestätigt) nicht mehr erholt, zumal sich das Entscheidungszentrum für die kaiserliche Nachfolge mehr und mehr aus Rom entfernte und – jedenfalls bei dynastisch ungeklärter Nachfolge – in den Lagern der großen Heere und zwischen diesen entschieden wurde. Die Ereignisse des <a href="Zweites_Vierkaiserjahr" title="Zweites Vierkaiserjahr">zweiten Vierkaiserjahres</a> 193 und des <a href="Sechskaiserjahr" title="Sechskaiserjahr">Sechskaiserjahres</a> 238 gelten oft als Beleg dafür, dass das auf Augustus zurückgehende Herrschaftssystem in eine Krise geraten war. Dennoch gelang den <a href="Severer" title="Severer">Severern</a> noch einmal eine Stabilisierung, wobei insbesondere die Kaiser <a href="Severus_Alexander" title="Severus Alexander">Severus Alexander</a> und <a href="Gordian_III." title="Gordian III.">Gordian&nbsp;III.</a> den (problematischen) Quellen zufolge eine Rückkehr zur Prinzipatsideologie versucht haben sollen. Dies galt auch noch für Gordians Nachfolger <a href="Philippus_Arabs" title="Philippus Arabs">Philippus Arabs</a><sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und <a href="Decius_(Kaiser)" title="Decius (Kaiser)">Decius</a>. Doch spätestens in den 250er Jahren verschärften sich die Schwierigkeiten des Imperiums so sehr, dass Veränderungen unausweichlich wurden. Wichtig war ferner, dass sich die Kaiser nach 235 immer seltener in Rom aufhielten; die Prinzipatsideologie hatte aber stets vor allem auf ein stadtrömisches Publikum (den Senat und die <i>plebs urbana</i>) gezielt, das nun an Bedeutung verlor.
</p><p>Viele der folgenden <a href="Soldatenkaiser" title="Soldatenkaiser">Soldatenkaiser</a> bemühten sich – meist als spontane Reaktion auf drängende Probleme – um eine erneute Stabilisierung von Kaisertum und Reich, dabei wählten sie sehr unterschiedliche Ansätze (siehe auch <i><a href="Reichskrise_des_3._Jahrhunderts" title="Reichskrise des 3. Jahrhunderts">Reichskrise des 3.&nbsp;Jahrhunderts</a></i>). Wichtige Weichenstellungen nahm Kaiser <a href="Gallienus" title="Gallienus">Gallienus</a> vor, als er, der selbst der <a href="Nobilit%C3%A4t" title="Nobilität">Nobilität</a> entstammte, um 260 den Senatoren endgültig das Kommando der Legionen entzog und stattdessen verstärkt auf ritterliche Aufsteiger setzte. Da die <i>nobiles</i> damit noch einmal erheblich an Bedeutung verloren, mussten die Kaiser weniger Rücksicht auf sie nehmen als zuvor; bezeichnenderweise verzichteten sie nach Gallienus darauf, ihre Stellung formal durch den Senat anerkennen zu lassen; die Akklamation durch das Heer genügte nun, auch wenn zumindest die schweigende Zustimmung der Senatoren – das <i>silentium</i> – weiter als erforderlich galt. Etwa um diese Zeit konstatierte der berühmte Rechtsgelehrte <a href="Herennius_Modestinus" title="Herennius Modestinus">Herennius Modestinus</a>, dass nunmehr die Gesetzgebung auch formal beim Kaiser liege.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bedeutende Reformen führten wenig später auch <a href="Aurelian" title="Aurelian">Aurelian</a> und <a href="Probus_(Kaiser)" title="Probus (Kaiser)">Probus</a> durch.
</p><p>Sofern der Gesichtspunkt einer durchgreifenden systematischen Reorganisation des Herrschaftssystems als Bezugspunkt für das Ende des Prinzipats genommen wird, kommt aber in der Tat erst die Ära <a href="Diokletian" title="Diokletian">Diokletians</a> (284 bis 305) in Betracht, der nicht nur eine tetrarchische Regierungsspitze aus vier Kaisern etabliert (fortan sollte das Mehrkaisertum die Regel sein), sondern ein umfassendes Reformwerk in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft auf den Weg gebracht hat. Die gängige Epochengrenze von 284 lässt sich also gut vertreten und hat daher nach wie vor viele Anhänger.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Den langfristig wohl entscheidenden Wandel der Herrschaftsideologie hat allerdings erst <a href="Konstantin_der_Gro%C3%9Fe" title="Konstantin der Große">Konstantin der Große</a> mit seiner Wende zum Christentum eingeleitet, die das ideologische Fundament von Herrschaft dauerhaft veränderte. Wer erst mit diesem Kaiser das Ende des Prinzipats verknüpft, sieht sich vermutlich in der von Konstantin im Jahr 330 symbolträchtig vollzogenen Gründung von <a href="Konstantinopel" title="Konstantinopel">Konstantinopel</a> bestätigt, obgleich andere <a href="Alte_Geschichte" title="Alte Geschichte">Althistoriker</a> betonen, dass auch Konstantin den Ehrenvorrang der Stadt Rom nie in Frage stellte und die neue Metropole am Bosporus erst seit <a href="Theodosius_I." title="Theodosius I.">Theodosius&nbsp;I.</a> dauerhafte Kaiserresidenz wurde. Langfristig bedeutsam war, dass das Christentum sich als gut vereinbar mit der vollständig ausgeprägten, unverbrämten Monarchie erwies, die der Tarnung durch die Prinzipatsideologie nicht mehr bedurfte: Die spätantiken Kaiser beanspruchten ein Gottesgnadentum; sie gaben sich als irdische Stellvertreter des einen Gottes. Dennoch wird eine Abgrenzung der <a href="Sp%C3%A4tantike" title="Spätantike">Spätantike</a> von der frühen und hohen Kaiserzeit zusätzlich durch den Umstand erschwert, dass die Prinzipatsideologie auch während der gesamten Spätantike nie vollständig ihre Bedeutung verlor: Noch im 5. und 6.&nbsp;Jahrhundert gab es daher ungeachtet der wachsenden Bedeutung dynastischen Denkens kein Erbkaisertum,<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sondern ein neuer Herrscher (der nicht selten immer noch als <i>princeps</i> bezeichnet wurde)<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> musste durch Repräsentanten von Armee, Senat und Volk ausgerufen werden&nbsp;– das monarchische Prinzip wurde im antiken Rom eigentlich niemals eine Selbstverständlichkeit.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Liste_der_r%C3%B6mischen_Kaiser_der_Antike" title="Liste der römischen Kaiser der Antike">Liste der römischen Kaiser der Antike</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Jochen_Bleicken" title="Jochen Bleicken">Jochen Bleicken</a>: <i>Augustus. Eine Biographie.</i> Fest, Berlin 1998, ISBN 3-8286-0027-1 (Sonderauflage. ebenda 2000, ISBN 3-8286-0136-7).</li>
<li>Jochen Bleicken: <i>Verfassungs- und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreichs</i> (= <i>UTB</i> 838–839). 2 Bände. Schöningh, Paderborn u.&nbsp;a. 1978, ISBN 3-506-99256-2 (Bd.&nbsp;1), ISBN 3-506-99257-0 (Bd.&nbsp;2) (mehrere Neuauflagen).</li>
<li>Jochen Bleicken: <i>Prinzipat und Dominat. Gedanken zur Periodisierung der römischen Kaiserzeit</i> (= <i>Frankfurter historische Vorträge.</i> Bd.&nbsp;6). Steiner, Wiesbaden 1978, ISBN 3-515-02876-5.</li>
<li><a href="Hartwin_Brandt" title="Hartwin Brandt">Hartwin Brandt</a>: <i>Die Kaiserzeit. Römische Geschichte von Octavian bis Diocletian. 31 v. Chr.–284 n. Chr.</i> Beck, München 2021.</li>
<li><a href="Klaus_Bringmann" title="Klaus Bringmann">Klaus Bringmann</a>, <a href="Thomas_Sch%C3%A4fer_(Arch%C3%A4ologe)" title="Thomas Schäfer (Archäologe)">Thomas Schäfer</a>: <i>Augustus und die Begründung des römischen Kaisertums.</i> Akademie-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003054-2 (mit übersetzten Quellenauszügen).</li>
<li><a href="Karl_Christ" title="Karl Christ">Karl Christ</a>: <i>Geschichte der Römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin.</i> 6. Auflage mit aktualisierter Bibliographie. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59613-1.</li>
<li><a href="Alexander_Demandt" title="Alexander Demandt">Alexander Demandt</a>: <i>Das Imperium Romanum.</i> In: ders.: <i>Marc Aurel. Der Kaiser.</i> Verlag C.&nbsp;H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-71874-8, S. 13–44 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://cdn-assetservice.ecom-api.beck-shop.de/product/readingsample/27375957/27375957_22250142_leseprobe_marc-aurel.pdf">bis S. 27 online</a>).</li>
<li><a href="Kay_Ehling" title="Kay Ehling">Kay Ehling</a>, Saskia Kerschbaum (Hrsg.): <i>Die Kaiser Roms. Von Augustus bis Justinian.</i> wbg Theiss, Freiburg im Breisgau 2025.</li>
<li><a href="Peter_Eich_(Althistoriker)" title="Peter Eich (Althistoriker)">Peter Eich</a>: <i>Geschichte der Frühen Römischen Kaiserzeit.</i> De Gruyter, Berlin/Boston 2025.</li>
<li><a href="Egon_Flaig" title="Egon Flaig">Egon Flaig</a>: <i>Stabile Monarchie – sturzgefährdeter Kaiser. Überlegungen zur augusteischen Monarchie.</i> In: <a href="Ernst_Baltrusch" title="Ernst Baltrusch">Ernst Baltrusch</a> (Hrsg.): <i>Der Erste. Augustus und der Beginn einer neuen Epoche.</i> von Zabern, Mainz 2016, S.&nbsp;8 ff.</li>
<li>Egon Flaig: <i>Den Kaiser herausfordern. Die Usurpation im Römischen Reich</i> (= <i>Historische Studien.</i> Bd. 7). Campus-Verlag, Frankfurt am Main u.&nbsp;a. 1992, ISBN 3-593-34639-7.</li>
<li><a href="Dietmar_Kienast" title="Dietmar Kienast">Dietmar Kienast</a>: <i>Augustus. Prinzeps und Monarch.</i> 4., bibliographisch aktualisierte und um ein Vorwort ergänzte Auflage, (Sonderausgabe). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-23023-5.</li>
<li>Jon E. Lendon: <i>The Legitimacy of the Roman Emperor: Against Weberian Legitimacy and Imperial „Strategies of Legitimation“.</i> In: <a href="Anne_Kolb" title="Anne Kolb">Anne Kolb</a> (Hrsg.): <i>Herrschaftsstrukturen und Herrschaftspraxis</i>. Akademie Verlag, Berlin 2006, S. 53 ff. (Fundamentalkritik an der verbreiteten Praxis, <a href="Max_Weber" title="Max Weber">Max Webers</a> Herrschaftssoziologie auf das Prinzipat anzuwenden)</li>
<li><a href="Kurt_Raaflaub" title="Kurt Raaflaub">Kurt A. Raaflaub</a>, Mark Toher (Hrsg.): <i>Between Republic and Empire. Interpretations of Augustus and his Principate.</i> University of California Press, Berkeley CA u.&nbsp;a. 1990, ISBN 0-520-06676-6.</li>
<li><a href="Walter_Schmitthenner" title="Walter Schmitthenner">Walter Schmitthenner</a> (Hrsg.): <i>Augustus</i> (= <i>Wege der Forschung.</i> Bd. 128). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1969 (Aufsatzsammlung).</li>
<li>Karin Sion-Jenkis: <i>Von der Republik zum Prinzipat. Ursachen für den Verfassungswechsel in Rom im historischen Denken der Antike</i> (= <i><a href="Palingenesia" title="Palingenesia">Palingenesia</a>.</i> Band 69). Franz Steiner, Stuttgart 2000, ISBN 3-515-07666-2.</li>
<li>Michael Sommer: <i>Das römische Kaiserreich</i>. Kohlhammer, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-17-023419-2.</li>
<li><a href="Ronald_Syme" title="Ronald Syme">Ronald Syme</a>: <i>Die römische Revolution. Machtkämpfe im antiken Rom.</i> Grundlegend revidierte und erstmals vollständige Neuausgabe, 2.&nbsp;Auflage, herausgegeben von Christoph Selzer und <a href="Uwe_Walter" title="Uwe Walter">Uwe Walter</a>. Klett-Cotta, Stuttgart 2003, ISBN 3-608-94029-4 (englische Originalausgabe: <i>The Roman Revolution.</i> Oxford University Press u.&nbsp;a., Oxford 1939).</li>
<li><a href="Aloys_Winterling" title="Aloys Winterling">Aloys Winterling</a>: <i>Das römische Kaisertum des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr.</i> In: <a href="Stefan_Rebenich" title="Stefan Rebenich">Stefan Rebenich</a> (Hrsg.): <i>Monarchische Herrschaft im Altertum</i>. De Gruyter, Berlin 2017, S.&nbsp;413 ff. (aktueller Überblick)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=4047276-0">Literatur von und über Prinzipat</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Einige Forscher, etwa <a href="Aloys_Winterling" title="Aloys Winterling">Aloys Winterling</a> und <a href="Jan_Bernhard_Meister" title="Jan Bernhard Meister">Jan Bernhard Meister</a>, bestreiten, dass man den Prinzipat als <i><a href="Monarchie" title="Monarchie">Monarchie</a></i> bezeichnen könne, doch ist dies nicht zuletzt eine Definitionsfrage.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Hierzu zuletzt <a href="Henning_B%C3%B6rm" title="Henning Börm">Henning Börm</a>, Wolfgang Havener: <i>Octavians Rechtsstellung im Januar 27 v. Chr. und das Problem der „Übertragung“ der res publica.</i> In: <i><a href="Historia_(Zeitschrift)" title="Historia (Zeitschrift)">Historia</a>.</i> Bd.&nbsp;61, Nr.&nbsp;2, 2012, S.&nbsp;202–220 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.academia.edu/1241235/Octavians_Rechtsstellung_im_Januar_27_v_Chr_und_das_Problem_der_%C3%9Cbertragung_der_res_publica_in_Historia_61_2012_pp_202ff">Digitalisat</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Cass. Dio 44,5,3. Vgl. R. A. Bauman, Tribunician Sacrosanctity in 44, 36 and 35 B. C., in: Rheinisches Museum für Philologie N.F. 124, 1981, 166–183.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Digitale Reproduktion eines Diagramms aus Werner Hilgemann, Hermann Kinder, Ernest A. Menze (Translator), Harald Bukor (Cartographer), Ruth Bukor (Cartographer): <i>The Anchor Atlas of World History.</i> Vol. 1 (From the Stone Age to the Eve of the French Revolution) 1974 by</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">„In meinem sechsten und siebten Konsulat habe ich, nachdem ich die Flammen der Bürgerkriege gelöscht hatte und mit der einmütigen Zustimmung aller im Besitz der Allgewalt war, das Gemeinwesen aus meiner Machtbefugnis wieder der Ermessensfreiheit des Senats und des römischen Volkes überantwortet. Für dieses mein Verdienst wurde mir auf Beschluss des Senats der Name <i>Augustus</i> gegeben. Die Türpfosten meines Hauses wurden auf staatlichen Beschluss mit Lorbeer geschmückt, und ein Bürgerkranz wurde über meinem Tor angebracht. Ein goldener Schild wurde in der <i>Curia Iulia</i> aufgestellt, den mir der Senat und das römische Volk geweiht haben wegen meiner Tapferkeit und Milde, meiner Gerechtigkeit und Hingabe, wie es die Aufschrift auf diesem Schild bezeugt. Seit dieser Zeit überragte ich alle übrigen an <i>auctoritas</i>, an <i>potestas</i> aber besaß ich nicht mehr als die anderen, die auch ich im Amt jeweils zu Kollegen hatte“ (Res gest. div. Aug. 34).</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a href="Ulrich_Gotter" title="Ulrich Gotter">Ulrich Gotter</a>: <i>Monarch ohne Monarchie. Augustus und die Geburt des ‚Prinzipats‘.</i> In: <a href="Matthias_Puhle" title="Matthias Puhle">Matthias Puhle</a>, Gabriele Köster (Hrsg.): <i>Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter.</i> Schnell + Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2491-6, S.&nbsp;57–62.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. zur Diskussion <a href="Aloys_Winterling" title="Aloys Winterling">Aloys Winterling</a>: <i>Dyarchie in der römischen Kaiserzeit. Vorschlag zur Wiederaufnahme der Diskussion.</i> In: <a href="Wilfried_Nippel" title="Wilfried Nippel">Wilfried Nippel</a>, <a href="Bernd_Seidensticker" title="Bernd Seidensticker">Bernd Seidensticker</a> (Hrsg.): <i>Theodor Mommsens langer Schatten. Das römische Staatsrecht als bleibende Herausforderung für die Forschung</i> (=&nbsp;<i>Spudasmata.</i> Bd.&nbsp;107). Olms, Hildesheim u.&nbsp;a. 2005, ISBN 3-487-13086-6, S.&nbsp;177–198.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Alexander_Demandt" title="Alexander Demandt">Alexander Demandt</a>: <i>Marc Aurel. Der Kaiser.</i> C.&nbsp;H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-71874-8, S.&nbsp;26&nbsp;f.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Die Prinzipatsideologie der antoninisch-severischen Zeit lässt sich besonders gut in der (fiktiven) Rede greifen, die <a href="Cassius_Dio" title="Cassius Dio">Cassius Dio</a> dem <a href="Gaius_Maecenas" title="Gaius Maecenas">Gaius Maecenas</a> in den Mund legte; vgl. Cass. Dio 52,19–40.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">So Ulrich Gotter: <i>Penelope’s Web, or: How to become a bad emperor post mortem.</i> In: Henning Börm (Hrsg.): <i>Antimonarchic Discourse in Antiquity.</i> Steiner, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-515-11095-2, S.&nbsp;215–233.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Egon Flaig: <i>Den Kaiser herausfordern. Die Usurpation im Römischen Reich.</i> Frankfurt am Main/New York 1992.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. die Beiträge in <a href="Marcel_van_Ackeren" title="Marcel van Ackeren">Marcel van Ackeren</a> (Hrsg.): <i>A Companion to Marcus Aurelius.</i> Wiley-Blackwell, Malden MA u.&nbsp;a. 2012, ISBN 978-1-4051-9285-9.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Olivier_Joram_Hekster" title="Olivier Joram Hekster">Olivier Joram Hekster</a>: <i>Commodus. An emperor at the crossroads</i>. Gieben, Amsterdam 2002.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Christian Körner: <i>Philippus Arabs. Ein Soldatenkaiser in der Tradition des antoninisch-severischen Prinzipats</i> (=&nbsp;<i>Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte.</i> Bd.&nbsp;61). de Gruyter, Berlin u.&nbsp;a. 2002, ISBN 3-11-017205-4 (Zugleich: Bern, Universität, Dissertation, 2000).</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Pandekten" title="Pandekten">Digesten</a> 48,14,1.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Einen aktuellen Überblick über die Ideologie des spätrömischen Kaisertums und ihre Ursprünge bietet <a href="Stefan_Rebenich" title="Stefan Rebenich">Stefan Rebenich</a>: <i>Monarchie.</i> In: <i><a href="Reallexikon_f%C3%BCr_Antike_und_Christentum" title="Reallexikon für Antike und Christentum">Reallexikon für Antike und Christentum</a>.</i> Band 24: <i>Manethon – Montanismus.</i> Hiersemann, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-7772-1222-7, S.&nbsp;1112–1196.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Henning Börm: <i>Born to be Emperor. The principle of succession and the Roman monarchy.</i> In: <a href="Johannes_Wienand" title="Johannes Wienand">Johannes Wienand</a> (Hrsg.): <i>Contested Monarchy.</i> Oxford University Press, Oxford/New York 2015, ISBN 978-0-19-976899-8, S.&nbsp;239–264.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Verwiesen sei etwa auf die Inschrift an der <a href="Phokas-S%C3%A4ule" title="Phokas-Säule">Phokas-Säule</a> aus dem Jahr 608 (ILS 837).</span>
</li>
</ol>
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